Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Torus, der dritte Sohn einer einstmals wohlhabenden Familie aus Ellnere, nahe der Düssel, ehelichte sein Weib Nadine bereits als junger Recke auf dem elterlichen Gehöft. Nach mehreren Schicksalsschlägen verarmte die Familie zusehends. Als dann Mitte des Jahres 1285, während eines heftigen Gewitters, der Hof bis auf die Grundmauern abbrannte, fehlten die Mittel für einen Neuaufbau. So machten die Beiden sich auf den Weg um ihre Dienste bei anderen Grund- oder Kriegsherren anzubieten.

Thorsten, in dessen Adern das Blut eines Nordmanns fließt, wurde mit seiner Familie bereits als junger Sproß ins Bergische Land verschlagen. Als umherziehender Händler übernahm er zunächst das Geschäft seines Vaters und pries mit seinem Pferdekarren Waren aus dem hohen Norden feil. In Vlyngerin nahm er Bianca mit ihren beiden Kindern, dem Jüngling Wayne und der Jungfer Zoe, in seine Obhut und bot ihr, nicht ganz ohne Hintergedanken, seinen Schutz an. Schon bald reifte in Bianca die Frucht seiner Lenden und sie gebar ihm ein kräftiges Mädchen, welches Leonie genannt wurde. Gerade als die Geschäfte schlecht liefen traf die junge Familie auf Torus und Nadine. Beeindruckt von ihrem freien Leben verkaufte Thorsten seine letzten Waren zu völlig überzogenen Preisen einem jungen Trunkenbold und schloß sich mit seiner fünfköpfigen Familie den Beiden an.

Zu dieser Zeit lebte Andreas mit seiner Frau Clara und der Jungfer Ida an einer viel benutzten Handelstrasse in der Nähe des Klosters Steenhuis in Beyenburg. In Diensten des Grafen von Berg arbeitete er an der dortigen Wupperbrücke. So war er für die Instandhaltung und den Schutz des wichtigen Bauwerks, als auch für das Eintreiben des Brückenzolls zuständig. Sein aus Honovere stammendes Weib Clara erlernte indes von den ansässigen Ordensbrüdern die Heilkunst der Kräuter.

Torus, der gerade mit seiner kleinen Gruppe auf dem Weg nach Vattenshethe war und einem Hilferuf von Vredune von Vondern folgte, lagerte eines Tages in den Wupperauen nahe der Wupperbrücke. Im nahegelegenen Gasthaus trafen die Männer aufeinander und bei einigen Bechern Wein wurde Andreas überzeugt, sich mit seiner Familie dem heimatlosen Trupp anzuschliessen um fortan das Leben als freyer Rabe zu bestreiten.

So machten sich die freyen Raben, die nun aus drei wagemutigen Recken, ihren Weibern sowie den vier Bälgern bestanden, gemeinsam auf den Weg um Vredune von Vondern aus den Fängen ihres Peinigers zu befreien, der sie seit eines Techtelmechtels mit einem verheirateten Mann im Verlies ihrer eigenen Burg gefangen hielt.
Da Vredune nach erfolgreicher Befreiung den ausstehenden Sold nicht zahlen konnte, bot sie an sich im Lager nützlich zu machen und die drei Frauen bei ihrer täglichen Arbeit und der Kindererziehung zu unterstützen und ihre erlernten Fähigkeiten der Schneyderkunst weiterzugeben.

Nun schreiben die Gelehrten das Jahr 1289, die große Schlacht bei Worringen ist geschlagen und die „Freyen Raben vom Rheyn“ sind auf dem Weg nach Düsseldorf, welches gerade seine Stadtrechte erhalten hat, um dort ihre Dienste anzubieten und vielleicht wieder ansässig zu werden. Die Frauen konnten dank Vredunes Hilfe in der Zwischenzeit ihre Fertigkeiten in der Nähkunst so weit verfeinern, dass sogar einige Silberlinge hängen blieben.

 

Als die Gruppe in der Gegend um Beyenburg herum war, schlug Andreas vor, mal nach der alten Wupperbrücke zu schauen. Hätte man dieses besser mal gelassen. Die Brücke ward in einem jämmerlichen Zustand und Andreas fühlte sich berufen, die Brücke wieder auf Vordermann zu bekommen.

So trennte sich Andreas mit seiner Familie von den Raben und ging wieder seiner Arbeit als Brückenwächter nach.

Möge Odin ihren Weg ebnen!

 

 

Der Rest zog weiter.